Gestern hat der Talkmaster Jürgen Domian, von seinen älteren Fans auch gerne mal Dominan genannt, verkündet das er Ende 2016, nach über 20 Jahren aufhören wird.

Ich finde es wahnsinnig schade, dass er aufhören wird. Ich habe Domian viele Jahre lang geschaut und bin regelmäßig auf Twitter unter #Domian dabei gewesen. Die Twitterstunde zu #Domian war für mich der Einstieg und auch der Grund länger bei Twitter zu bleiben.

Unvergessen bleiben wohl 60kg Mett, die Rose im Penis und die Geschichte um den Gummibaum Hans-Georg. Sowie viele weitere, unzählige skurrile, traurige, lustige Anrufe. Warum Domian nun so plötzlich bemerkt, dass er wieder mehr Morgensonne erleben will, ist mir persönlich ein Rätsel und ich habe das Gefühl, dass es auch weitere Gründe gibt, die dem Zuschauer vorenthalten werden. Was ich persönlich Schade finde

Entsetzt habe ich noch folgenden Kommentar zum Abschied auf der Facebookseite von Domian gelesen.

Wurde auch Zeit. Wirklich helfen, außer den obligatorischen Ratschlag zu geben sich in psychologische Behandlung zu begeben, konntest du meist eh nicht. Meist ist der Anrufer genauso schlau aus dem Gespräch raus wie er kam.

Wieso haben dann Menschen bei Domian angerufen? Weil sie sich nicht verstanden gefühlt haben? Domian hätte sich nie 20 Jahre, um 1 Uhr nachts!, im Radio und TV gehalten, wenn die Ratschläge nicht angenommen worden wären. Zudem ist Domian kein ausgebildeter Psychologe. Was auch folgendes Argument entschäft:

Das Format diente einzig und allein den Voyeurismus zu bedienen. Hier nennt man es „Fans“, auf der Straße nennt man es Schaulustige. Die Befriedigung sich im Leid anderer zu suhlen.

Ohne Anrufer, die sich verstanden fühlen, gibt es auch keine Voyeuristen. Ich habe Domian nicht geschaut um mich am Leid anderer zu ergötzen. Ich habe Domian geschaut, weil mir die Unterhaltungen selber etwas für mein Leben gebracht haben und weil ich Domian als Person sehr symphatisch finde, auch wenn ich nicht jede Meinung von ihm teile. Sicher gibt es genügend Menschen auf die Voyeurismus zutrifft, aber das zu verallgemeinern ist unangebracht.

Und immer das Rumgeheule wie schwer bei dir hart arbeitenden Mensch die Arbeit doch sei kann man auch nicht mehr hören. Andere arbeiten seit 20 Jahren hart auf dem Bau und das keine popelige Stunde sondern 8! Oder andere schieben 8 Stunden Nachtschicht. Ganz zu schweigen von den großzügigen Pausen im Jahr. Sommer & Winterpause und bei jedem Feiertagsgeschiss keine Sendung. Wo du hart arbeitest bleibt dein Geheimnis. Wenn man die ganze Grütze hier liest meint man er ist der in Deutschland am härtesten arbeitende.

Für mich ist es ein Rätsel warum geglaubt wird, dass Domian eine Sache von täglich einer Stunde ist. Die Sendung braucht viel mehr Vor- und Nachbearbeitung als angenommen wird. Sich täglich mit den Sorgen und Nöten anderer beschäftigen ist auch Arbeit. Schade, dass viele Menschen glauben, dass nur körperliche Arbeit, Arbeit ist. Erklärt wahrscheinlich auch warum soziale Berufe chronisch unterbezahlt sind und die Arbeit als einfach abgetan wird. Selbst „nur“ eine Stunde zu hören kostet unheimlich viel Energie. Vor allem, weil manche Schicksale mehr im Kopf und im Herzen bleiben als nur den Tag, an dem man sie gehört hat.

Mein Fazit: Komplett überbewertetes Format.

Mein Fazit: Notwendiges Format, das mehr als nur einem Menschen geholfen hat.

Fazit zum Kommentar: Typisch Deutschland. Mangelnde Anerkennung von sozialer Arbeit.

Fazit zum Ende von Domian: Verständlich, dass Domian nach 20 Jahren etwas anderes machen will. Trotzdem werde ich das Format vermissen.

Ich wünsche Domian viel Erfolg auf seinen neuen Wegen.