In dem Trauerspiel „Maria Stuart“ von Schiller geht es um die gleichnamige schottische Königin die des Hochverrats gegen die englische Königin Elisabeth angeklagt ist. Ihr wird vorgeworfen das Volk gegen Königin Elisabeth aufzuhetzen. So sitzt im Schloss zu Fotheringhay in Gefangenschaft. Das Werk stützt sich auf wahren Gegebenheiten. Schiller erfand für das Werk, eine in der Realität nie stattgefundene Unterhaltung zwischen Maria Stuart und Königin Elisabeth. Maria scheitert in ihrer Rolle als Königin, wird aber in ihrer Position als weiblich attraktiv beschrieben. Elisabeth wird als weiblich unattraktiv beschrieben. Elisabeth steht letztlich als moralische Verliererin da, trotz der Hinrichtung Marias.

Die Sprache spricht mich größtenteils nicht an. Eine Ausnahme bildet unter anderem Marias Dialog mit ihrer Amme Kennedy im 3. Aufzug / 1. Auftritt.

Laß mich der neuen Freiheit genießen,
Laß mich ein Kind sein, sei es mit!
Und auf dem grünen Teppich der Wiesen
Prüfen den leichten, geflügelten Schritt.
Bin ich dem finstern Gefängnis entstiegen,
Hält sie mich nicht mehr, die traurige Gruft?
Laß mich in vollen, in durstigen Zügen
Trinken die freie, die himmlische Luft.

In welchem Maria eine schöne, bildhafte und metaphorische Sprache verwendet. Die sich aufgrund der Reimstruktur sehr flüssig und angenehm lesen lässt. Ansonsten empfinde ich die Sprache als zu kantig und somit als nicht ansprechend. So sind z.B. selten Reime zu finden die den Lesefluss positiv beeinflussen könnten. So hört sich das Ganze für mich zu abgehakt an, wie zum Beispiel hier:

Dein Pult ist aufgebrochen, deine Schriften,
Dein einz’ger Schatz, den wir mit Müh gerettet,
Der letzte Rest von deinem Brautgeschmeide
Aus Frankreich ist in seiner Hand. Du hast nun
Nichts königliches mehr, bist ganz beraubt.

(Aufzug, 2. Auftritt, Zeile 148 ff)

Die Geschichte der Königshäuser inklusive der Streitereien um bestimmte Positionen ist für mich nicht von Interesse. In dem Stück spielt auch das Frauenbild der damaligen Zeit eine Rolle, jedoch rückt dieses für mich eher in den Hintergrund, weil ich den Konflikt eher im Bereich der politischen Machtverhältnisse sehe. In ihrer Weiblichkeit werden die beiden Charaktere unterschiedlich dargestellt und ihr Miss-/erfolg hängt von ihrem Rollenverhalten ab.

Zudem kann ich aus der ganze Geschichte für mich nichts ziehen. Dieses wäre unter Umständen anders, wenn die Regierungsform hier eine andere wäre. Insgesamt gefällt mir Maria Stuart aus besagten Gründen nicht, da mich das Stück auf verschiedenen Ebenen einfach nicht anspricht

Herr Lehmann, genauer gesagt Frank Lehmann heißt die Hauptfigur in Sven Regeners Buch „Herr Lehmann“. Der Roman spielt kurz vor dem Mauerfall der DDR. Frank, der bald 30 wird, führt seit mittlerweile 9 Jahren ein Leben in Berlin-Kreuzberg. Sein Leben spielt sich hauptsächlich in diversen Kneipen ab, wenn er nicht in einer Kneipe arbeitet, nutzt er die Zeit und stellt sich selbst an die Theke um das eine oder andere Bier zu trinken. Im Leben von Herrn Lehmann spielen Erwin, der Kneipenbesitzer des „Einfall“, jener Kneipe in der Frank arbeitet sowie weitere Personen eine wichtige Rolle in seinem Leben. Allen voran sein bester Freund Karl sowie die Köchin Katrin in die er sich relativ schnell verliebt. Neben seinem unmittelbaren Umfeld hat er Kontakt zu seinen, in Bremen lebenden Eltern, die ihn bald besuchen wollen.

Sven Regener, Sänger der Band Element of Crime, beschreibt Franks zahlreiche, verstrickte und teilweise sehr abstrakten Gedankengänge in ebenso verschachtelten und nicht aufhörenden wollenden Sätzen. Zudem wird fast jeder Gedankengang mit einem „dachte er“ abgeschlossen. So ist man nach ein paar Seiten schnell geneigt dazu, dass Buch aus der Hand zu legen. Es ist aus oben genannten Gründen wahrlich nicht einfach den Gedankengängen zu folgen. Zwar mag die Art und Weise dessen wie das Buch geschrieben ist als Stilmittel gelten und auch zu Herrn Lehmann passen. Jenes Leben, welches phasenweise ebenso aus einer lethargischen Aneinanderreihung, von sich kaum bis gar nicht ändernden Alltagserlebnissen besteht. Jedoch sollte man aufpassen, dass man diese auch nur in einem gewissen Rahmen benutzt. So wirkt diese Schilderung der Erlebnisse zwar „echt“, jedoch vergeht einem nach ein paar Seiten die Freude am Lesen. Zwar nimmt dieses gegen Ende des Buches immer mehr ab und es wird einfacher zu verfolgen worum es in dem Buch überhaupt geht, jedoch fragt man sich am Ende was das Werk aussagen soll. Für eine Aussage rund um die Geschehnisse in und um die DDR ist zu wenig Bezug auf die DDR vorhanden. Herr Lehmann ist ein Typ Mensch den es so oder ähnlich sicher zu Haufe gab und immer noch gibt, jedoch auch als Hoffnungsfunke für gleichaltrige, ebenso orientierungslose Personen vermittelt Sven Regener kaum Hoffnung. So begegnet man laut Sven Regener dem einen oder anderem Hund im Leben und vielleicht läuft man auch einem über dem Weg der der Anfang von einem neuen Leben ist.

Das Buch ist von Leander Haußmann u.a. mit Christian Ulmen als Herr Lehmann verfilmt worden,