Ich habe mir gestern Abend im ZDF die Sendung von Markus Lanz angeschaut. Als Gäste waren anwesen Pädagogin Katharina Saalfrank, Bürgermeister Heinz Buschkowsky, Moderatorin Mirjam Weichselbraun, Moderator Klaas Heufer-Umlauf und Reporter Jenke von Wilmsdorff. Das Hauptthema sollte, so wie ich verstanden haben, die Erziehung sein. Anlaß für das Thema war wohl die Veröffentlichung des Buches mit dem Titel „Du bist ok, so wie du bist: Das Ende der Erziehung“ von „Super Nanny“ Katharina Saalfrank.

Markus Lanz ging mir von Anfang auf den Senkel. Seine Fähigkeiten als Moderator

Ein Moderator (über lateinisch moderatio von moderare ‚mäßigen‘, ‚steuern‘, ‚lenken‘) ist eine Person, die ein Gespräch lenkt oder in einer Kommunikation vermittelt. Die Tätigkeit selbst bezeichnet man als Moderation.

Quelle: Wikipedia

waren von Anfang nicht mal ungenügend. Jedem Gast redete er dazwischen und schien gerade die These von Frau Saalkfrank überhaupt nicht verstanden zu haben. Seine Art der „Unmoderation“ machte es den Gästen schwer ihre Meinung zu vertreten. So verkam, die mir persönlich sehr symphatische erscheinende Mirjam Weichselbraun, mehr zu einer Statistin. Anfangs der Sendung versuchte Lanz ein Diskussion zwischen Katharina Saalfrank und Heinz Buschkowsky anzufachen. Doch hier schien es so als wolle Lanz sich selbst erstmal in den Mittelpunkt rücken. Eine vernünftige Diskussion konnte aufgrund dieses Fehlverhaltes von Markus Lanz nicht stattfinden. Soweit ich die These von Frau Saalfrank erfassen konnte, kann ich für mich sagen, dass diese für mich sehr stimmig scheint. Ihr Buch habe ich noch nicht gelesen, aber als Elternteil erstmal die Kinder ernst zu nehmen halte ich für richtig. Ebenso würde ich ihre anderen, kurz angerissenen Thesen unterstützen. So macht es für mich Sinn kindliches Verhalten nicht nur als bewusstes Ärgern der Eltern von seiten des Kindes zu sehen. Nicht alles was ein Kind  (nicht) tut, hat direkt etwas mit den Eltern zu tun. Die Frage, wie sie auch von Saalfrank in den Raum geworfen wurde, warum wir von Kindern ein bestimmtes Verhalten erwarten & wünschen sehe ich ebenso als viel problemlösender, als nur dem Kind den Miesepeter zu zuschieben.

Das Alkoholexperiment von Jenke, auf das irgendwann ziemlich plötzlich und unpassend umgelenkt wurde, halte ich für den falschen Weg. Alkholismus als Selbstversuch kann denke ich nur zu weiteren Alkoholkranke führen, wie Jenke im Versuch selbst bemerkte & es sollte auch ohne diesen Versuch möglich sein auf die Gefahren des Alkoholkonsums hinzuweisen.

Was danach folgte war an Niveaulosigkeit kaum zu unterbieten. Es wurden zig Ausschnitte aus der Prosieben Show „Circus HalliGalli“ eingespielt. Spätestens zu diesem Zeitpunkt hatte die Sendung für mich komplett ihren Sinn verfehlt. Es kann doch nicht ernsthaft in einer Diskussionsrunde, welche den Zweck hat informative & ernste Themen zu vermitteln, zu einem solchen Kasperletheater umgeschaltet werden.

Insgesamt also eine Folge von Lanz die völlig überflüssig war, da sie dem Anspruch einer informativen, gut geführten Diskussionsrunde zu keinem Zeitpunkt gerecht werden konnte.

Wer trotzdem den Drang verspürt die Sendung (nochmalig) anzugucken, kann dieses in der
ZDF-Mediathek tun.

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